Sneaker im Einzelhandel: Symbolbild zur Sportartikelbranche. ©JackF
Nach langen Kursrückgängen ist die Versuchung groß, bekannte Sportmarken als Schnäppchen zu betrachten. Doch ein niedrigerer Preis beantwortet noch nicht die entscheidende Frage: Haben die Käufer wieder genug Kraft, um einen neuen Aufwärtstrend zu tragen? Die Videoanalyse vom 21. Oktober 2026 zeigt bei Nike, Adidas und Under Armour drei sehr unterschiedliche Antworten.
Nike liefert einen ersten Hinweis, Adidas bereits eine weiter entwickelte Erholung und Under Armour vor allem eine klare Grenze für ein fragiles Setup. Alle genannten Marken stammen aus dieser Analyse und sind keine Livekurse.
Nike: Ein Anfang auf kleiner Zeitebene
Bei Nike gibt es einen ermutigenden Ansatz, zunächst auf kleiner Zeitebene. Der Stundenchart zeigt einen ersten fünfteiligen Anstieg, der die vorherigen lokalen Hochs überwunden hat. Daraus lässt sich eine mögliche erste Aufwärtswelle ableiten. Ein mehrjähriger Abwärtstrend ist mit diesem kleinen Muster allein jedoch noch nicht beendet.
Für einen folgenden Rücksetzer nennt die Videoanalyse eine Unterstützungszone von rund 32,60 bis 35,20 US-Dollar. Im Originalchart liegt deren Unterkante genauer bei 32,59 Dollar. Die konstruktive Fortsetzung wäre ein höheres Tief in diesem Bereich, gefolgt von einem erneuten Ausbruch nach oben. So könnte aus dem ersten kleinen Anstieg eine größere impulsive Struktur werden.
Genau diese Erweiterung fehlt bisher als Bestätigung. Die Zone ist deshalb ein Bereich zur Beobachtung und kein Nachweis, dass Käufer dort zwangsläufig die Kontrolle übernehmen. Solange sich der größere Aufwärtsimpuls nicht entwickelt, bleibt Nike ein früher Wendekandidat.

Adidas hat den nächsten Schritt schon gemacht
Im Tageschart steht Adidas in dieser Gegenüberstellung am weitesten. Auf den fünfteiligen Anstieg vom Frühjahrstief bis in den Sommer folgte ein Rücksetzer in die Unterstützungszone. Von dort reagiert die Aktie inzwischen wieder nach oben. Damit entwickelt sich das bullische Szenario, das die Videoanalyse bereits zuvor verfolgt hatte.
Diese Abfolge ist wichtiger als eine einzelne grüne Kerze. Erst kommt ein Anstieg, dann eine Korrektur, anschließend der Versuch, die nächste Aufwärtsbewegung zu beginnen. In der Elliott-Wellen-Zählung könnte daraus eine dritte Welle entstehen. Das ist eine Interpretation der Struktur, keine Garantie für den weiteren Kursverlauf.
Die nächsten Widerstände liegen in der Analyse bei rund 168 und 190 Euro. Erst wenn der Markt diese Hürden überwindet und die Aufwärtsstruktur weiter ausbaut, rückt die besprochene Zielregion von etwa 202 bis 233 Euro stärker in den Vordergrund. Unter ungefähr 130 Euro wäre das aktuell bevorzugte bullische Szenario nicht mehr tragfähig. Dann müsste die Erholung neu bewertet werden; eine lediglich korrektive Gegenbewegung bliebe die naheliegende Alternative.

Under Armour braucht mehr als eine günstige Ausgangslage
Under Armour ist der fragilste der drei Ansätze. Die Aktie steckt nach Einschätzung der Videoanalyse weiterhin in einer sehr langen Korrektur. Wiederholte Erholungsversuche haben bislang keinen überzeugenden Aufwärtsimpuls hervorgebracht. Ein rechnerisch reizvolles Verhältnis zwischen möglichem Gewinn und Verlust ersetzt diese fehlende Stärke nicht.
Im kurzfristigen Setup ist 4,10 US-Dollar die entscheidende Untergrenze. Ein Bruch würde dieses konkrete Muster ungültig machen und den Weg zurück in die größere Korrektur öffnen; als tiefere Orientierung nennt die Analyse etwa 3,20 Dollar. Dass eine langfristige Bodenbildung später noch möglich wäre, rettet das kurzfristige Setup dann nicht.
Auf der Oberseite dient 5,33 Dollar als erste wichtige Signalmarke. Ein Anstieg darüber wäre ein Fortschritt, müsste aber von mehr Dynamik und einer tragfähigen Struktur begleitet werden. Der Vierstundenchart zeigt, warum Zurückhaltung angebracht bleibt: Die fallende Trendlinie steht weiterhin über dem Kurs.

Der nächste Test kommt für Adidas
Für Adidas steht außerdem ein konkreter Termin bevor: Am 29. Oktober 2026 will das Unternehmen seine Neunmonatszahlen veröffentlichen, wie der offizielle Finanzkalender bestätigt. Die Veröffentlichung kann neue Informationen liefern; ihre Wirkung auf den Kurs ist offen. Bis dahin bleibt die Frage, ob die Aktie ihre Erholung behauptet und die nächsten Widerstände angreift.
Der Vergleich liefert damit drei unterschiedliche Beobachtungsaufgaben: Bei Adidas zählt die Fortsetzung einer bereits sichtbaren Reaktion, bei Nike der Aufbau eines größeren Aufwärtsmusters und bei Under Armour zunächst ein überzeugendes Stärkesignal. Markenbekanntheit und große frühere Kursverluste entscheiden keine dieser Fragen. Entscheidend ist, was der Markt als Nächstes tatsächlich bestätigt.
