Der lange Aufwärtstrend an den US-Börsen könnte in eine späte Phase eintreten. Ein weit fortgeschrittener Zyklus ist allerdings noch kein bestätigtes Börsenhoch. In seiner Videoanalyse vom 20. Oktober beschreibt MCO-Analyst Ben für Dow Jones und S&P 500 ein bedingtes Szenario: Auf eine deutliche Korrektur könnte noch ein weiteres Hoch folgen, bevor die größere Etappe des Bullenmarkts abgeschlossen ist.

Die Monats- und Wochencharts helfen, diese Möglichkeiten auseinanderzuhalten. Sie zeigen die Struktur eines langjährigen Anstiegs, liefern aber keinen Termin für dessen Ende. Alle vier Charts wurden am 20. Oktober 2026 aufgenommen und zeigen den Datenstand nach Handelsschluss vom 19. Oktober.

Dow Jones im Monatschart: späte Phase eines größeren Zyklus

In Bens Elliott-Wellen-Zählung bildet der Anstieg seit 1932 eine große dritte Welle. Dieser Anstieg besteht seinerseits aus fünf kleineren Wellen, deren fünfte inzwischen weit fortgeschritten ist. Nach Abschluss dieser großen dritten Welle sieht sein Szenario eine größere vierte Welle als Korrektur vor. Langfristig würde anschließend eine große fünfte Welle nach oben folgen.

Die Unterscheidung der Wellengrade ist entscheidend. Die letzte Etappe eines Anstiegs bedeutet nicht das Ende sämtlicher zukünftiger Kursgewinne. Ebenso muss eine Korrektur innerhalb dieser letzten Etappe noch nicht die große Korrektur sein, die erst nach Abschluss der gesamten dritten Welle folgt.

Dow Jones im Monatschart mit Bens langfristiger Elliott-Wellen-Zählung
Dow Jones, Monatschart. Die langfristige Zählung und die eingezeichneten Wege zeigen Szenarien, keine datierte Prognose. Originalchart von MCO auf TradingView; Aufnahme vom 20. Oktober 2026, Datenstand 19. Oktober. Zum Vergrößern anklicken.

Der Monatschart hilft vor allem bei der Frage, wo der Markt innerhalb dieser Struktur steht. Den Tag, die Woche oder den Monat einer Wende kann er nicht bestimmen. Auch die Positionen der eingezeichneten zukünftigen Wellen dürfen deshalb nicht als Kalenderziele gelesen werden.

Dow Jones im Wochenchart: nach der Korrektur noch ein Hoch?

Im Wochenchart wird deutlich, warum Ben ein weiteres Hoch weiterhin für möglich hält. Innerhalb der fünften Teilwelle des größeren Anstiegs sieht er eine kleinere dritte Welle in ihrer späten Phase. Eine kleinere vierte Welle könnte anschließend ein höheres Tief ausbilden, bevor ein weiterer Aufwärtsschub folgt.

Die erste Unterstützungszone für diese Korrektur liegt für ihn ungefähr zwischen 39.480 und 46.850 Punkten. Das ist ein breiter Bereich auf einer hohen Zeitebene, keine punktgenaue Einstiegsmarke. Ben bezeichnet ihn ausdrücklich als erste Unterstützungszone: Ein Unterschreiten würde das Bild schwieriger machen, aber für sich allein noch nicht sämtliche übergeordneten Szenarien entscheiden.

Dow Jones im Wochenchart mit erster Unterstützungszone und möglichem anschließendem Anstieg
Dow Jones, Wochenchart. Die markierte Unterstützung gehört zur kleineren Korrekturetappe aus dem Video. Sie ist nicht das endgültige Ziel der späteren großen vierten Welle. MCO / TradingView; Aufnahme vom 20. Oktober 2026, Datenstand 19. Oktober. Zum Vergrößern anklicken.

S&P 500 im Monatschart: zwei langfristige Wege bleiben offen

Beim S&P 500 stellt sich im Monatschart dieselbe Kernfrage: Wie viel des größeren Anstiegs liegt noch vor uns? Der Chart enthält einen verlängerten Verlauf mit einem weiteren Aufwärtsschub und eine Alternative, in der die größere Korrektur früher beginnt.

Die markierte Zone von ungefähr 2.818 bis 4.823 Punkten gehört zu diesem langfristigen Korrekturbild. Sie ist eine bedingte Unterstützungszone, keine Vorhersage, dass der Index jetzt dorthin fallen muss. In den unterschiedlichen Zählungen ist die Box einer kleineren vierten Welle beziehungsweise einer ersten Abwärtswelle zugeordnet. Die alternative größere Korrektur reicht im Chart auch darunter. Die Box ist deshalb nicht als garantiertes Endziel des gesamten Bärenmarkt-Szenarios zu verstehen.

S&P 500 im Monatschart mit alternativen langfristigen Wellenverläufen und bedingter Unterstützungszone
S&P 500, Monatschart. Die weißen und orangefarbenen Verläufe stehen für unterschiedliche Wellenzählungen. Die Unterstützungsbox ist Teil dieser bedingten Szenarien. MCO / TradingView; Aufnahme vom 20. Oktober 2026, Datenstand 19. Oktober. Zum Vergrößern anklicken.

S&P 500 im Wochenchart: die Warnmarke vor den fernen Szenarien

Im Wochenchart verweist Ben darauf, wie weit der Index seit dem Tief im Oktober 2022 bereits gestiegen ist. Auch hier könnte die nächste Korrektur zunächst eine vierte Welle sein, auf die noch eine fünfte Welle nach oben folgt. Ein deutlicher Rückgang und ein anschließendes neues Hoch schließen sich in seiner Hauptzählung deshalb nicht aus.

In der übergeordneten Einordnung des Videos nennt er das Märztief bei ungefähr 6.313 Punkten als wichtige vorgelagerte Warnmarke. Ein Bruch würde die Annahme stärken, dass ein übergeordnetes Top entstanden ist. Eine Garantie ist das ausdrücklich nicht. Diese näher gelegene Orientierungsmarke erfüllt eine andere Aufgabe als die wesentlich tiefere Unterstützungsbox in den langfristigen Charts.

S&P 500 im Wochenchart mit weiterem Anstieg und größerer Korrektur als Alternativen
S&P 500, Wochenchart. Ein weiterer Aufwärtsschub bleibt eines der Szenarien. Eine vollständig wirkende Wellenzählung bestätigt allein noch keine Trendwende. Die Marke von 6.313 Punkten wird im gesprochenen Kommentar des Videos erläutert. MCO / TradingView; Aufnahme vom 20. Oktober 2026, Datenstand 19. Oktober. Zum Vergrößern anklicken.

Bens Hauptszenario lässt weiterhin ein weiteres Hoch zu. Gleichzeitig schließt er nicht aus, dass sich das übergeordnete Top bereits bildet. Die Bestätigung muss aus der Kursstruktur und dem Bruch relevanter Unterstützungen kommen. Die Monatscharts zeigen die Dimension des Risikos; die Wochencharts helfen, eine Korrektur innerhalb des Anstiegs von einer möglichen übergeordneten Trendwende zu unterscheiden.

Grundlage ist Bens Videoanalyse „155 Jahre Börse: Steht der große Bullenmarkt vor dem Ende?“ vom 20. Oktober 2026. Dieser Artikel behandelt ausschließlich die Monats- und Wochenansichten der Indizes. Die vier Analysecharts sind unveränderte Originale.